Phantastische Gesellschaft

Phantastische Gesellschaft

Phantastische Gesellschaft

  • Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung
  • Clemens Böckmann / Johannes Spohr (Hrsg.)

    Softcover, 13,5 x 21 cm, 290 Seiten
    Mit 3 Farbabbildungen
    Erscheinungsdatum: 30.04.2022
    978-3-95808-348-6
    19,00 € *

    inkl. MwSt.
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    Dieser Artikel erscheint am 30. April 2022

    • 9783958083486
  • Auch als E-Book erhältlich.
  • Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Fälschungen, Betrugsfälle und imaginierte Geschichten... mehr

    Zehn Gespräche zur Gegenwart bundesdeutscher Erinnerungskultur

    Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Fälschungen, Betrugsfälle und imaginierte Geschichten diskutiert, die im Zusammenhang mit der Shoah und dem Zweiten Weltkrieg wie auch der Erinnerung daran stehen. Meist inszenieren sich dabei christliche Deutsche öffentlich mit Familiengeschichten ehemals als jüdisch Verfolgter und führen diese teils als Legitimation und Grundlage ihres politischen Handelns an. Ihnen begegnet ein Publikum, das die Geschichten bereitwillig rezipiert.

    In neun Gesprächen mit Personen unterschiedlicher Expertisen und Erfahrungen fragen Clemens Böckmann und Johannes Spohr nach den Voraussetzungen und Motivationen dieses Phänomens. Woher kommt das Bedürfnis, sich auf diese Weise mit den Opfern der Shoah zu identifizieren? Welche Rollen werden Opfern und Täter*innen gesellschaftlich zugewiesen? Sind dies die Auswirkungen und Folgen der ‚Erinnerungsweltmeisterschaft‘? Was bedeutet dies für den Umgang mit Zeitzeugenschaft? Wo liegen Grenzen einer faktenbasierten Erzählung, wo beginnt die Fiktion?

    Die Vielfältigkeit der Ansätze, die zur Einordnung des Phänomens und der damit einhergehenden Fragen beitragen, drückt sich in der Diversität der Gesprächspartner*innen aus. Neben der Geschichtswissenschaft stammen diese unter anderem aus den Bereichen des Journalismus und der Medizin (Psychiatrie) wie auch der Literaturwissenschaft und Jüdischen Studien. Der Band schließt mit einem Essay, in dem die Herausgeber auf Grundlage der Gespräche Rückschlüsse auf das Täter-Opfer-Verhältnis im postnazistischen Deutschland ziehen und die Differenz von opferzentrierter und opferidentifizierender Erinnerung diskutieren.

    Der Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus bleibt auch im 21. Jahrhundert eine gesellschaftliche Herausforderung. Falsche oder imaginierte Geschichten – Karikaturen der gesellschaftlichen Mehrheit – eröffnen dabei einen Blick auf das Verhältnis der bundesdeutschen Gesellschaft zur NS-Vergangenheit.

    Gespräche mit Rosa Fava, Daniela Henke, Angelika Laumer, Ludwig Lugmeier, Stefan Mächler,... mehr

    Gespräche mit Rosa Fava, Daniela Henke, Angelika Laumer, Ludwig Lugmeier, Stefan Mächler, Miriam Rürup, Barbara Steiner, Hans Stoffels und Efraim Zuroff, ergänzt um einen Beitrag von Miklós Klaus Rózsa und einen Essay der Herausgeber.