Veranstaltungen

 

Gewalt als Bild: Nachdenken über die Bilder des 7. Oktober

Ein besseres Verständnis über die zirkulierenden Bilder vom 7. Oktober verspricht Tobias Ebbrecht-Hartmanns Essay Gewalt als Bild, in dem er den grauenhaften Bildern und Videoaufnahmen von den Massakern der Hamas am 7. Oktober nachgeht. Er arbeitet heraus, dass es neben der Dokumentation physischer Gewalt auch um die Ausübung symbolischer Gewalt geht und untersucht den Zusammenhang der Bilder mit der visuellen Erinnerung an die Shoah.

/ Do, 04.12.2025, 18 Uhr: Online-Vortrag von Tobias Ebbrecht-Hartmann über „Fotos und Filme aus der Pogromnacht“, Gedenkstätte KZ Osthofen, Online, Anmeldung und Link unter: info@ns-dokuzentrum-rlp.de

 

Breslau / Wrocław 1933–1949

Die grundlegenden Studien zur Topographie der Shoah, hrsg. von Tim Buchen und Maria Luft, nehmen die Verfolgung der Jüdinnen und Juden in der Hauptstadt Schlesiens in den Blick. Im schlesischen Breslau (seit 1945 Wrocław/Polen) lebte in der Zwischenkriegszeit die drittgrößte jüdische Gemeinde des Deutschen Reichs (nach Berlin und Frankfurt) mit etwa 24.000 Mitgliedern. Sie erlebten die Ausgrenzung aus dem städtischen Raum und die Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten – so wie die Jüdinnen und Juden in anderen deutschen Städten. Jedoch ist die NS-Zeit für Breslau wenig erforscht. Der 2023 erschienene Sammelband leistet einen Beitrag dazu, diese Wissenslücke zu schließen.

/ Do, 04.12.2025, 19.30 Uhr: Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter | Anmeldung unter kultur@hausschlesien.de oder 02244 886 231

 

Judenhass im Kunstbetrieb: Reaktionen nach dem 7. Oktober

Seit dem Massaker der Hamas ist der Antisemitismus weltweit enorm angestiegen, so auch in Deutschland. Antisemitisches Sprechen, Denken und Handeln äußern sich dabei lautstark ausgerechnet in sich als progressiv, links und weltoffen verstehenden Milieus des Kunst- und Kulturbetriebs. Die Reaktionen reichten von Schweigen bis zur Verkennung oder Verherrlichung der terroristischen Gewalt; sie sind insgesamt bis heute verstörend.

In dem Essay-Band, hrsg. von Matthias Naumann, untersuchen Jakob Baier, Ole Frahm, Jonathan Guggenberger, Stella Leder, Matthias Naumann, Benno Plassmann, Alexander H. Schwan, Esther Slevogt, Dana von Suffrin und Lea Wohl von Haselberg die Geschehnisse nach dem 7. Oktober und ihre Folgen in Literatur, Bildender Kunst, Musik, Theater, Tanz, Film, Comic sowie in der Kulturpolitik. Die Ursachen und Äußerungsformen dieses Antisemitismus werden analysiert, Gegenpositionen beleuchtet und mögliche Konsequenzen diskutiert.

/ Sa, 06.12.2025, 19 Uhr: Judenhass im Kunstbetrieb (Teil 2) – Im Gedenken an Hannah Arendt und mit einem Fokus auf Film und Literatur | Mit: Bettina Spoerri, Matthias Naumann, Rüdiger Suchsland, Lea Wohl von Haselberg (zugeschaltet); Moderation: Sama Schwarz 
Veranstaltet vom Maison du Futur, Zürich
Theater Stok, Hirschengraben 42, 8001 Zürich

 

Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober

Viele von den zahlreichen in Berlin wohnenden Israelis haben ihr Leben dort lange Zeit als von Freiheit geprägt empfunden und Berlin als einen Ort wahrgenommen, an dem sie ungebunden sein können von den Anspannungen ihres Heimatlandes. Doch mit den Massakern der Hamas am 7. Oktober hat sich in Anbetracht zunehmender antisemitischer Übergriffe auch ihre Lebensrealität gewandelt. Andrea von Treuenfeld hat für ihr Buch Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober mit 18 seit vielen Jahren in der Stadt lebenden Israelis Gespräche geführt und diese in biografische Erzählungen gefasst, die einen Einblick in eine vielfältige Community geben.

/ Mi, 10.12.2025, 18 Uhr: Forum Gestaltung, Brandenburger Str. 10, 39104 Magdeburg
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Magdeburg und Konrad-Adenauer-Stiftung Sachsen-Anhalt

/ Di, 20.01.2026, 19 Uhr: Lesung und Gespräch mit Andrea von Treuenfeld und zwei der Gesprächspartner:innen des Buches: Tal Alon und Ruthe Zuntz | Moderation: Claudia Fröhlich und Eberhard von Rottenburg
Martin-Niemöller-Haus, Pacelliallee 61, 14195 Berlin | Anmeldung bis 10.01.2026 an claudia.froehlich@kg-dahlem.de 

/ Do, 22.01.2026, 19.30 Uhr: Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Rheinstraße 65, 12159 Berlin

/ Sa, 14.02.2026, 19 Uhr: Primobuch, Herderstraße 24, 12163 Berlin

/ Mi, 18.02.2026, 19 Uhr: Sara-Nussbaum-Zentrum, Ludwig-Mond-Str. 127, 34121 Kassel
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Kassel

/ Do, 26.03.2026, 18.30 Uhr: Museumsquartier Osnabrück, Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück

/ Mi, 22.04.2026, 1920 Uhr (online): VHS Böblingen-Sindelfingen, Im Höfle, Pestalozzistr. 4, 71032 Böblingen

 

Jüdisch-Sein im nationalsozialistischen Deutschland

In seinem Buch Jüdisch-Sein im nationalsozialistischen Deutschland untersucht Guy Miron die Raum- und Zeiterfahrung der deutschen Jüdinnen und Juden während der nationalsozialistischen Verfolgung. Ausgehend von privaten Zeugnissen und öffentlichen Quellen rekonstruiert der Historiker, welche Strategien und Praktiken die jüdische Bevölkerung entwickelte, um mit der neuen Realität fertig zu werden und mit dem immer weiter schwindenden Zugang zum öffentlichen Raum umzugehen. So versuchten Jüdinnen und Juden, den traditionellen jüdischen Raum neu zu erfinden, interpretierten die Vergangenheit neu und überdachten die eigene Haltung gegenüber ihrer deutschen (oft bürgerlichen) Identität.

 / Mi, 21.01.2026, 18 Uhr: Buchvorstellung im Rahmen der Reihe „Verwandt, verschieden, verflochten? Antisemitismus und Rassismus“ des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin
TU-Hauptgebäude, Raum H3005, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

 / Mo, 26.01.2026, 18–19.30 Uhr: Vortrag und Gespräch mit Guy Miron, Björn Siegel und Kim Wünschmann
Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Lesesaal), Beim Schlump 83, 20144 Hamburg | Anmeldung unter: kontakt@igdj-hh.de | Teilnahme auch online möglich