Veranstaltungen

 

Sterbenswörtchen: Buchvorstellung in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs I

Friedhöfe sind Orte des Gedenkens an die, die hier – wie es heißt – „ihre letzte Ruhestätte“ gefunden haben. Sie erinnern uns zugleich an das Ende, das uns allen sicher ist. Wann es sein wird und wie, davon haben wir zumeist keine blasse Ahnung: deshalb unsere Abwehr – von der routinierten Vermeidung bis zur panischen Angst. Sie alle belegen: Der Tod ist ein Thema wie kein anderes.
Wir lassen dennoch, nein deswegen nicht von ihm ab und bewegen uns dabei an der Grenze des Unvorstellbaren, denn solange wir denken, ist unsere endgültige Abwesenheit für uns undenkbar. Wir glauben bis zum Ende nicht, daß wir uns einmal fehlen werden.
Die Absicht der Anthologie Sterbenswörtchen (hrsg. von Petra Moser / Martin Jürgens) ist es, Sterben und Tod in die Gegenwart der Lebenden zurückzuholen. Dabei gibt es kein Primat einer Textsorte: Der Essay erweist sich mit seinen am Begriff orientierten Mitteln als ebenso produktiv wie die Bildsprache von Prosa und Lyrik und die Unmittelbarkeit eines letzten Briefes vor dem Suizid.

Moderation: Jörg Machel, Matthias Naumann
Auszüge aus ihren Texten lesen: Erdmut Wizisla, Barbara Zoeke, Petra Moser, Guido Rademacher

Eine Kooperationsveranstaltung von Neofelis Verlag, Brecht-Haus und dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte. Eintritt frei.

/ Mi, 10.04.2024, 19 Uhr: Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs I, Chausseestraße 126, 10115 Berlin-Mitte

 

 

Falsche Juden und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung

Immer wieder werden Fälschungen, Betrugsfälle und imaginierte Familiengeschichten bekannt, die im Zusammenhang mit der Shoah und dem Zweiten Weltkrieg wie auch der Erinnerung daran stehen: Christliche Deutsche inszenieren sich öffentlich als – meist jüdische – Verfolgte des Nationalsozialismus oder deren Nachkommen. Häufig wird mit den erfundenen Familiengeschichten politisches Handeln legitimiert, fast immer finden sie ein Publikum, das die imaginierten Geschichten bereitwillig rezipiert und diese Narrative dadurch noch verfestigt. Wie ist dieses Phänomen zu erklären? Und was besagt es über Stand und Perspektiven der Erinnerungskultur? Diesen Fragen nach Opferrollen, Familiengeschichten und fehlgeleiteter Auseinandersetzung geht Johannes Spohr nach. Zuletzt erschien von ihm und Clemens Böckmann Phantastische Gesellschaft. Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit: Evangelisches Forum Münster e.V., Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe.

/ Mi, 05.06.2024, 19 Uhr: Geschichtsort Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28, 48145 Münster (auch online)