Kritik(en) des Leidens

Kritik(en) des Leidens

Kritik(en) des Leidens

Erika Benini / Anne Eusterschulte (Hrsg.)

  • Promesse – Kritische Studien zu Philosophie, Ästhetik, Geschichte und Religion, Bd. 5
  • Softcover, 15 x 21 cm, 390 Seiten
    Erscheinungsdatum: 31.12.2021
    978-3-95808-243-4
    29,00 € *

    inkl. MwSt.
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    Dieser Artikel erscheint am 31. Dezember 2021

    • 9783958082434
    • Promesse – Kritische Studien zu Philosophie, Ästhetik, Geschichte und Religion
    • Bd. 5
  • Die Reihe Promesse wird herausgegeben von Anne Eusterschulte und Ansgar Martins.


  • Auch als E-Book erhältlich.
  • „Das leibhafte Moment meldet der Erkenntnis an, daß Leiden nicht sein, daß es anders werden... mehr

    Leibhaftes Leiden

    „Das leibhafte Moment meldet der Erkenntnis an, daß Leiden nicht sein, daß es anders werden sollte“, so schreibt Theodor W. Adorno in Negative Dialektik. Ausgehend von dieser Formulierung macht es sich der vorliegende Band zur Aufgabe, danach zu fragen, wie ‚Leiden‘ überhaupt gefasst werden kann – sei es als somatische Zustandsform, als Widerfahrnis, psycho-physische Erfahrung von Gewalt, Verletzung oder Weise einer Traumatisierung – und wie hierbei individuelle und kollektive Bedingungen ineinandergreifen.

    Hierfür ist nicht zuletzt die historische Perspektive auf individuelle bzw. biografische Erfahrungen im Kontext geschichtlicher Verhältnisse sowie überhaupt der Umgang mit dem Geschichtlichen, mit Weisen der Erinnerung, der Zeugenschaft und des Eingedenkens entscheidend. Wie manifestieren sich strukturelle Gewaltverhältnisse, autoritäre Ordnungen bzw. Rechtsverletzungen gesellschaftlicher Systeme und wie etablieren sich ökonomische, politische oder soziale Unterwerfungsmechanismen?

    Wenn sich im je singulären Leiden stets Ausdrucksweisen einer versehrten Sozialität bzw. zerstörerischen Wirklichkeit artikulieren, deren Gewaltförmigkeit auf allen Ebenen menschlicher Beziehungen bis hinein in die Sprache wirksam wird, dann lässt sich den Dimensionen verletzter Integrität und ihren soziohistorischen Bedingungen allein mit einer transdisziplinären Kritik begegnen. Dabei gilt es, einem Aspekt besonders Rechnung zu tragen: dem leibgebundenen Moment von Leiderfahrung als Erkenntnisform und seinen Artikulationsformen, d.h. der Frage, wie im Leiden zugleich ein widerständiges Moment zur Geltung kommt, das in negativer Weise auf eine Veränderung des Bestehenden hindeutet und so ein erkenntnis- wie gesellschaftskritisches Potenzial birgt.

    Der Band führt Beiträge aus den Bereichen Philosophie, politische Theorie, Rechtswissenschaft, Psychologie, Filmwissenschaft, Literaturwissenschaft und Theologie zusammen und eröffnet in Hinsicht auf theoretische Diskurse wie Krisenphänomene der Gegenwart eine Diskussion um Kritik(en) des Leidens.

    Mit Beiträgen von Helen Akin, Emil Angehrn, Erika Benini, Luigi Corrias, Kristin Drechsler,... mehr

    Mit Beiträgen von Helen Akin, Emil Angehrn, Erika Benini, Luigi Corrias, Kristin Drechsler, Anne Eusterschulte, Thomas Helbig, Sylvia Kafehsy, Henrike Kohpeiß, Daniel Lucas, Andreas Mantena, Lorenz Mayr, Antje-Kathrin Mettin, David Palme, Kristina Pleinert, Nina Rabuza, Tomer Raudanski, Gunzelin Schmid Noerr, Timo Storck und Heiko Stubenrauch.