Postdramaturgien

Postdramaturgien

Postdramaturgien

Sandra Umathum/Jan Deck (Hrsg.)

Softcover, 13,5 x 21 cm, 300 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.12.2018
978-3-95808-142-0
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Dieser Artikel erscheint am 15. Dezember 2018

  • 9783958081420
Dramaturgie ist längst mehr und anderes als nur (die Beschäftigung mit) Inhalt, Form und... mehr

Neues dramaturgisches Denken & Dramaturgisches neu denken: eine uneindeutige Bestandsaufnahme

Dramaturgie ist längst mehr und anderes als nur (die Beschäftigung mit) Inhalt, Form und Rezeptionsweise der in einem Drama festgeschrieben Handlungen zwischen Menschen. Inszenierungen, die dramatische Texte als maßgebende Bezugspunkte verabschiedet oder nie in Betracht gezogen haben, die Abfolgen wie Strukturierungen nicht mehr vorrangig am Sagen und Tun von Rollenfiguren orientieren, ja agency sogar gänzlich abgelöst von menschlichen Akteur*innen denken, sind im selben Maß Resultate veränderter dramaturgischer Fragestellungen und Ansätze, wie sie selbst zu deren kontinuierlichem Wandel beitragen.

Der Paradigmawechsel vom „Dialog zum Diskurs“ (Andrzej Wirth) sowie neuartige Erzählformen, Ästhetiken oder Formate, medientechnologische Entwicklungen und nicht zuletzt die Abkehr von einem Verständnis, das Dramaturg*innen als souveräne Wissenssubjekte denkt, sind nur einige Gründe dafür, dass sich Konzept und Praxis der Dramaturgie verschoben und erweitert haben. Sie sind diffus und unscharf geworden – und haben in Folge weit verzweigte künstlerische wie wissenschaftliche Beschäftigungen mit dem Postdramaturgischen inspiriert: eine kritische Forschung, die die Möglichkeiten und Grenzen von Dramaturgie und dramaturgischem Arbeiten im Jenseits dramatischen Theaters beleuchtet, auslotet und auf die Probe stellt.

Angesichts dieser Ausdifferenzierungen bittet Postdramaturgien Künstler*innen und/oder Theoretiker*innen aus den Bereichen Theater, Performance und Tanz zu Wort – nicht jedoch mit dem Ziel, gegenwärtige Dramaturgien in die Sphäre des Eindeutigen zu bringen. Vielmehr ist das Anliegen, heterogene, ja sogar widersprüchliche Perspektiven zu versammeln, um u.a. verschiedenen Fragestellungen auf die Spur zu kommen: Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Veränderungen für Funktion, Aufgabe und (Selbst-)Verständnis von Dramaturg*innen? Welche Kompetenzen, Expertisen und Techniken sind von ihnen verstärkt gefragt? Und wie wichtig ist es für sie, in der Fülle an Ästhetiken, Formaten und Diskursen eine eigenständige Position, gar künstlerische Handschrift zu entfalten? In welcher Weise nimmt das Postdramaturgische außerdem Einfluss auf die Arbeit der anderen an einem Inszenierungsprozess Beteiligten? Inwieweit justiert es die Relationen zwischen Kunst und Nicht-Kunst? Und worin besteht sein politisches Potenzial?

Mit Beiträgen von Jan Dreier, Solveig Gade, Maximilian Haas, heddalicious91, Herbordt/Mohren,... mehr

Mit Beiträgen von Jan Dreier, Solveig Gade, Maximilian Haas, heddalicious91, Herbordt/Mohren, Hofmann&Lindholm, Alexander Karschnia, Felicitas Kleine, Kirsten Maar, Till Müller-Klug, Nikolaus Müller-Schöll, Sandra Noeth, Patrick Primavesi, Milo Rau, Martina Ruhsam, Ulf Schmidt, Azadeh Sharifi, Veit Sprenger, Peter Stamer, Gerhild Steinbuch, Nina Tecklenburg, Nadine Vollmer, Ana Vujanovic, Stefanie Wenner, Benjamin Wihstutz und Siegmar Zacharias.