Spracherinnerungen

Spracherinnerungen

Spracherinnerungen

  • Transkriptionen des Judezmo in zeitgenössischer Literatur
  • Elisabeth Güde

  • Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne, Bd. 19
  • Softcover, 21 x 15 cm, 310 Seiten
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    978-3-95808-228-1
    29,00 € *

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    Dieser Artikel erscheint am 31. Januar 2019

    • 9783958082281
    • Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne
    • Bd. 19
  • Die Reihe Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne wird herausgegeben von Joachim Schlör.

  • Im Diskurs über das Judenspanische ist der Topos des Verschwindens allgegenwärtig. Die Literatur... mehr

    Von multiplen Muttersprachen, Judezmo als Großelternzunge und der erstaunlichen Einsprachigkeit der Literatur

    Im Diskurs über das Judenspanische ist der Topos des Verschwindens allgegenwärtig. Die Literatur zeigt ein partiell gegenläufiges Phänomen. In den letzten Jahrzehnten sind in der Türkei, in Frankreich, in den USA und weltweit literarische Texte entstanden, in denen dem Judenspanischen eine zentrale Rolle zukommt. Die Sprache der Vorfahren fungiert als Vehikel der Erinnerung, auch wenn von der sephardischen Vergangenheit und ihrem mehrsprachigen Erbe in weitgehend einsprachigen Texten erzählt wird.

    In Spracherinnerungen wird deutlich, wie durch die Transkriptionen der verschwindenden Sprache etwas Neues entsteht, eine literarisch ausgestaltete Form des Judezmo. In Lektüren, die linguistische und historische Kontexte wie die Gründung der Republik Türkei, den Einfluss der Alliance Israélite Universelle und die Schatten der Shoah einbeziehen, wird die sprachliche Gemengelage der literarischen Texte herausgearbeitet. Die Untersuchung legt bisher in der literaturwissenschaftlichen Forschung wenig beachtete türkisch-sephardische Spuren frei. Die Darstellung des Judenspanischen als Großelternsprache, als Sprache des Essens und als ‚sterbende‘ Sprache erlaubt eine Rückbindung an andere zeitgenössische Literaturen im Zeichen von Diaspora und Globalisierung.

    Den Fäden der jeweiligen Erzählungen folgend, ergeben sich Einblicke in ein sephardisches Sprachkaleidoskop und eine von Migration, Exil und (Neu-)Verwurzelung geprägte Geschichte.