Zwitschern, Bellen, Röhren

Zwitschern, Bellen, Röhren

Zwitschern, Bellen, Röhren

  • Tierlaute in der Wissens-, Medientechnik- und Musikgeschichte
  • Marianne Sommer/Denise Reimann (Hrsg.)

    Softcover, 13,5 x 21 cm, 240 Seiten
    Erscheinungsdatum: 30.09.2018
    978-3-95808-230-4
    24,00 € *

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    Dieser Artikel erscheint am 30. September 2018

    • 9783958082304
    So zahl- und variantenreich uns Tierlaute in alltäglichen, künstlerischen und wissenschaftlichen... mehr

    Tierlaute zwischen Animal Studies und Sound Studies

    So zahl- und variantenreich uns Tierlaute in alltäglichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen begegnen, so wenig erforscht ist die Geschichte dieser Begegnungen. Zwar sind Tier-Mensch-Beziehungen zum interdisziplinären Gegenstand geworden und die visuelle Inszenierung von Tieren in Zoo und Kino sowie das ‚Tier im Bild‘ erfahren seit geraumer Zeit eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Doch die Lautäußerungen von Tieren bilden bislang ein Forschungsdesiderat sowohl in den Animal Studies als auch in den Sound Studies. Dabei zwitschert, bellt und röhrt es an den Schnittstellen zwischen Wissens-, Medientechnik- und Musikgeschichte.

    Tierlaute reproduzieren, aber stören oder erschüttern auch die Grundfesten anthropologischer Überzeugungen. Sind der Vogelgesang und die Kommunikation von Affen oder Delphinen evolutionäre Vorstufen von Musik und Sprache? Solche Fragen durchziehen die Kunst- und Wissenschaftsgeschichte, wobei die bioakustische Forschung maßgeblich durch die zur Wende zum 20. Jahrhundert einsetzende Entwicklung von Klangspeichermedien geprägt ist. In dieser Geschichte sind Tiere mitunter zu fragwürdigen Experimenten gezwungen worden. Die Auseinandersetzung mit ihren Lauten konnte jedoch ebenso Teil von Bestrebungen sein, Tieren eine politische Stimme zu geben.

    Die interdisziplinär ausgerichtete Publikation versammelt Beiträge, die jeweils unterschiedliche Szenarien tierlicher Akustik beleuchten. Gefragt wird nach den politischen, ästhetischen und wissenschaftlichen Diskursen und Praktiken, die Tierlaute in menschliche Zusammenhänge brachten und bringen. Welche medientechnischen und epistemischen Herausforderungen prägen diese Prozesse? Welche Bedeutungen werden tierlichen Äußerungen zugeschrieben, etwa in nationalsozialistischen oder tierschützerischen Überzeugungen? Mit verschiedenen Zugängen zu solchen Fragen eröffnet der Band erste Perspektiven einer ‚kulturgeschichtlichen Bioakustik‘.

    Mit Beiträgen von Julia Breittruck, Andreas Fischer, Susanne Heiter, Christoph Hoffmann,... mehr

    Mit Beiträgen von Julia Breittruck, Andreas Fischer, Susanne Heiter, Christoph Hoffmann, Patricia Jäggi, Jan Müggenburg, Denise Reimann, Marianne Sommer und Judith Willkomm.