Zustände des Fließenden

Zustände des Fließenden

Zustände des Fließenden

  • Victor Hugos Bildermachen zu Meerwasser
  • Andrea Haarer

    Softcover, 15 x 21 cm, 270 Seiten
    Mit 25 Farb- u. 16 S/W-Abbildungen
    Erscheinungsdatum: 30.11.2022
    978-3-95808-411-7
    27,00 € *

    inkl. MwSt.
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    Dieser Artikel erscheint am 30. November 2022

    • 9783958084117
  • Auch als E-Book erhältlich.
  • Der französische Schriftsteller Victor Hugo produzierte zwischen den 1830er und 1870er Jahren... mehr

    Vom Tintentropfen zum Bild: Victor Hugos Tuscharbeiten

    Der französische Schriftsteller Victor Hugo produzierte zwischen den 1830er und 1870er Jahren tausende Bilder. In dieser großen Masse fallen vier Bilder besonders auf: Sie lassen sich wegen ihrer rudimentären oder sogar unmöglichen Identifizierbarkeit von Motiven, wegen ihrer komplexen Gemachtheit und wegen ihrer ausschließlich fluiden Faktur weder durch Hugos eigene noch durch andere gängige Bilder des 19. Jahrhunderts kontextualisieren und interpretieren.

    Ganz anders als die bisherige Forschung nimmt dieses Buch die Bilder nicht schon wie ,Abstraktionen‘ des 20. Jahrhunderts wahr. Vielmehr werden die Bilder als historisch und kulturell spezifische Artefakte untersucht: Folgt man Hugos Machen der fluiden Formationen – seinen mal wässrigen, mal viskosen Tintenmischungen und seinen Handgriffen des Fließenlassens – werden seine künstlerischen Inspirationsquellen sichtbar: Als Hugo die vier Bilder machte, lebte er am Meer, las zum Meer und schrieb zum Meer. Von seinen Lektüren zu den Entstehungsprozessen im Meer ließ er sich zu diesen Bildern inspirieren – vom Zustandekommen von Algen, Kraken, Gestein und Phosphoreszenz aus Meerwasser zum Zustandekommen von Bildern aus Tinte. Dabei lassen sich die Bilder nie als Illustrationen von Texten lesen. Sie bewahren immer einen nur ihnen eigenen Sinn.

    Hugos Bildermachen erscheint somit als eine vom Schreiben eigenständige Praxis. Und genau hieraus ergeben sich Fragen: Warum brauchte Hugo diese Bilder? Zu welchen künstlerischen Erkenntnissen konnte er nicht im Schreiben über das Meer kommen, sondern nur im Machen dieser Bilder? Was für einen Zusammenhang von ,Bild‘ und Meerwasser oder allgemein ,Kunst‘ und Natur‘ wird im künstlerischen Prozess erprobt und in Bildern manifest? Was sagt das über Kunst im 19. Jahrhundert aus?

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