Exzellenz, Brillanz, Genie

Exzellenz, Brillanz, Genie

Exzellenz, Brillanz, Genie

  • Historie und Aktualität erfolgreicher Wissensfiguren
  • Julia Barbara Köhne (Hrsg.)

    Softcover, 13,5 x 21 cm, 274 Seiten, 368 g
    Mit 12 Farb- u. 3 S/W-Abbildungen
    Erscheinungsdatum: 21.09.2020
    978-3-95808-234-2
    27,00 € *

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    • 9783958082342
  • Auch als E-Book erhältlich.

  • In akademischen Kontexten zirkulieren heute multiple Vorstellungen von geistiger Exzellenz und... mehr

    Geniekult der Moderne als Sprungbrett für heutige Exzellenzdebatten?

    In akademischen Kontexten zirkulieren heute multiple Vorstellungen von geistiger Exzellenz und Begabtenförderungswürdigkeit, von Brillanz, Innovation und Herausragendem. Sie spiegeln sich in der omnipräsenten Rede von „Elite-, Prestige- und Exzellenzuniversitäten“, von „Exzellenzinitiativen, -clustern und -strategien“ sowie „Spitzen- und Höhenkammforschung“ und vom „Zukunftskonzept“ wider. Das Streben nach Exzellenz hat die Positionierung und Wahrnehmung der bundesrepublikanischen Universitäten in Bewegung gebracht.

    Es ist Zeit für eine selbstkritische Reflexion und Evaluation neuerer politischer Entwicklungen im deutschen Hochschulsystem. Denn was suggeriert das exzellenzorientierte Sprechen in Superlativen, das bereits eineinhalb Dekaden andauert? Und: Auf welchen wissenschafts- und kulturhistorischen Vorläufern fußen die Exzellenzierungsrhetoriken und der Hang zur Selbstidealisierung? Worin unterscheiden sich beide Zeitphasen?

    Im Geniekult der europäischen Moderne, wie er sich fachübergreifend um 1900 zeigte, avancierte das „Genie“ zu einer heftig umstrittenen Wissensfigur. Sie übernahm vielfältige symbolische, quasi-religiöse, epistemologische und wissenschaftspolitische Funktionen. Zum Beispiel sollten mit ihrer Hilfe das religiöse Vakuum gefüllt und antifeministische und antisemitische Ideen vermittelt werden.

    Die multidisziplinär analysierenden Beitragenden des Bandes diskutieren das seit der Antike debattierte ‚Genieproblem‘: zum einen entlang Fragen der Geniebiographik und „genialen Manie“, der Geschichte von Begabtenpsychologie, Persönlichkeitsforschung und Züchtungsphantasien, der Forschungsuniversitäten im Verbund mit nationalökonomischen Interessen, der Geniereligiösität und Doppelgängergestalt sowie weiblicher Genialität. Erkundet wird zum anderen der diachrone Bezug zur zeitgenössischen Spannung zwischen herausragenden Einzelforscher*innen und Wissenschaftskollektiven im Rahmen von Exzellenzierungsbestrebungen.

    Mit Beiträgen von Nele Albrecht, Claudia Bruns, Gabriele Dietze, Stefan Hornbostel, David... mehr

    Mit Beiträgen von Nele Albrecht, Claudia Bruns, Gabriele Dietze, Stefan Hornbostel, David Keller, Julia Barbara Köhne, Renate Kroll, Thomas Macho, Tobias Peter, Gerhard Scharbert, Barbara Will und Monika Wulz.

    Ambivalenzraum Universität Ambivalenzraum Universität Relationen. Essays zur Gegenwart, Bd. 4
    Die Kritik an der Ökonomisierung und Quantifizierung aller Wissenschaftsbereiche im Zuge eines ‚neoliberal turn‘ ist mehr als berechtigt. Die Klage über jene Ökonomie- und Zweckorientierung verbindet sich allerdings meist mit der...
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    Über Hochstapelei Über Hochstapelei Perspektiven auf eine kulturelle Praxis
    Nicht nur Feuilletons und populärwissenschaftliche Traktate scheinen sich einig darin, dass wir im Zeichen des Hochstaplers leben. Vom Fall Bernie Madoff über aktuelle Fälschungsskandale in der Kunstszene bis hin zu den zahlreichen im...
    226 Seiten, Softcover – 24,00 € *