Ansteckkino

Ansteckkino

Ansteckkino

  • Eine politische Philosophie und Geschichte des Pandemie-Spielfilms von 1919 bis Covid-19
  • Drehli Robnik

    Softcover, 13,5 x 21 cm, 174 Seiten, 242 g
    Erscheinungsdatum: 06.08.2020
    978-3-95808-326-4
    16,00 € *

    inkl. MwSt.
    Auslandsbestellungen zzgl. Versandkosten

    Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1–3 Werktage

    • 9783958083264
  • Auch als E-Book erhältlich.

  • Nicht erst die Coronakrise zeigt: Pandemien sind in politische Machtverhältnisse eingefasst;... mehr

    Hundert Jahre Pandemie-Panik im Spielfilm

    Nicht erst die Coronakrise zeigt: Pandemien sind in politische Machtverhältnisse eingefasst; gerade dort, wo sie in diese einbrechen. Während Medien, vom Fernsehen bis zur Videokonferenz, Teil der Pandemie-Erfahrung sind, liegt das Kino in einem Halb-Außen: Kino ist zum Kommunizieren zu klobig, für Ansteckungsvermeidung zu öffentlich, für die audiovisuelle Grundversorgung überflüssig in Zeiten der Serienlieferung. Zeitweilig war es geschlossen. Dabei eröffnet Kino mit seinem Massenformat Spielfilm Zugänge zur Wirklichkeit in ihrer Geschichtlichkeit (und die wird spürbar, wo etwas nicht verfügbar ist). Kino-Spielfilme erlauben, das Soziale in der Seuche als Problem wahrzunehmen.

    Von 1919 bis Covid-19, von Nazi-Biopolitik und Hollywood-Biopic zu Killerviren-Action und Pandemiepanik-Satire: Spielfilme versammeln, was in einer Masseninfektion an Leben und Dingen ist, an Erfahrung und Verdrängung, an Formen von Staatlichkeit und Körperlichkeit, Ausbeutung und Ausgrenzung, Kooperation und Katastrophe. Und sie versammeln auch die Arten des Versammelns; aber nicht als Raster oder getrennte Genre-Haushalte. Es geht um Teilung, nicht Einteilung. Und zwar in Inszenierungen, die Sinn nicht spenden, sondern ihn als fraglichen herausstellen: von zwei Nosferatus und einigen Zombies bis Contagion und Konsorten.

    Sinn ist ausgesetzt, aber nicht loszuwerden in Situationen von Aussätzigkeit und Ausnahmezustand. Ihm gilt hier ein versetzt philosophischer Ansatz. In Freundschaft zum Film, vernarrt in viele Filme, zeichnen sich Begriffe und Perspektiven ab – nicht im Allgemein-Zeitlosen, sondern in Nahkontakt mit Szenerien. Im Ansteckkino wechseln Krankheiten und Kontexte: Pest und Pocken, Typhus und AIDS, im Labor Hausgemachtes und kolonial Importiertes. Konstant dabei ist der Konflikt, kategorisch die Kontingenz; den Grund gibt Geschichte. Politik durchzieht alles – ausdauerndes Care Work und Testen, Ausbruch von Wut oder aus Quarantänen – in 200 Filmen aus 100 Jahren: von Fritz Lang und William Wyler zu 28 Days und 93 Days, vom indischen Retracing zur Hamburger Krankheit.

  • Interview mit Barbara Unterthurner in der Tiroler Tageszeitung („Anstecken und abcashen“, 15.07.2020)
  • Interview mit Max Oppel in der Sendung Kompressor des Deutschlandfunk Kultur („Viel mehr als der Kampf gegen ein Virus“, 17.08.2020)
  • Online verfügbar: Buchvorstellung und Lesung von und mit Drehli Robnik (Paranoia TV Graz, 13.10.2020)
  • Rezension von David Auer in skug Musikkultur („Corona-Kino-Kritik zum Ans-politische-Revers-Heften“, 21.09.2020)
  • Catastrophe & Spectacle Catastrophe & Spectacle Variations of a Conceptual Relation from the 17th to the 21st Century
    From epidemics in the 17th century and the Lisbon earthquake in 1755 to Guernica in World War II, the essays in this volume trace the development of the catastrophic imagination, relying heavily on pictorial media and different forms of...
    208 Seiten, Softcover – 25,00 € *
    Put the X in PolitiX Put the X in PolitiX Machtkritik und Allianzdenken mit den X-Men-Filmen
    Die auf Marvel-Comics basierenden X-Men sind seit zwei Jahrzehnten im superheroischen Kino als Subjekte intersektionaler Konflikte und Bündnisse aktiv. In sieben Filmen, von X-Men (2000) bis Dark PhoeniX (2019), sowie in Ablegern...
    122 Seiten, Softcover – 16,00 € *