Ich bin meiner Zeit voraus

Ich bin meiner Zeit voraus

Ich bin meiner Zeit voraus

  • Utopie und Sinnlichkeit bei Heiner Müller
  • Hans Kruschwitz (Hrsg.)

    Softcover, 15 x 21 cm, 332 Seiten, 490 g
    Mit 3 farbigen Abbildungen
    Erscheinungsdatum: 31.10.2017
    978-3-95808-144-4
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    • 9783958081444
    Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Ende der Blockkonfrontation Anfang der... mehr

    Für ein Theater der Sinne

    Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Ende der Blockkonfrontation Anfang der 1990er Jahre keineswegs zu einem „Ende der Geschichte“ geführt hat. Denn eher als in eine Zeit der evolutionären Synthese von Liberalismus und Kapitalismus ist die Welt in eine Periode massiver Verteilungskämpfe eingetreten. Die sozialen Verwerfungen im Nachraum der Bankenkrise zeugen davon ebenso wie die horrende Zahl der Vertreibungen durch Hunger und Krieg oder die Renaissance des Rechtspopulismus. Heiner Müllers Kassandraruf vom „Scheitern, das den Siegern bevorsteht“, hat sich in diesem Sinn als erstaunlich präzise erwiesen und sein Anliegen, die kommunistische Utopie einer gerechten Gesellschaft gegen den Zeitgeist zu bewahren, als ungebrochen aktuell.

    Die in Ich bin meiner Zeit voraus versammelten Beiträge untersuchen Müllers Arbeit an der Bewahrung der Utopie mit Blick auf das Sinnliche, das ihm zugrunde liegt. Zum einen wegen des reichen, stets gebrochenen Nachhalls, den Georg Büchners Formel vom Hunger als dem „einzigen revolutionären Element in der Welt“ bei ihm findet, und zum anderen wegen seiner Auskunft, nach der das Revolutionäre der Kunst selbst im Sinnlichen wurzelt, nämlich im sinnlichen Vermögen, „Sehnsucht nach einem anderen Zustand der Welt“ zu wecken. Die Beiträge des Bandes schreiten dabei ein weites Spektrum von Erfahrungsmodi ab. Sie reichen von Müllers dramatischen Darstellungen von Gewalt und Begehren über seine Bilder der Kälte, seine Inszenierungen von Krankheit und Todesangst, seine Evokation religiöser und mythischer Bildwelten, seine Motivik von Stummheit und Blindheit bis hin zu Konzeptionen der Theatererfahrung selbst.

    Mit Beiträgen von Florence Baillet, Norbert Eke, Wolfram Ette, Helen Fehervary, Kalliniki... mehr

    Mit Beiträgen von Florence Baillet, Norbert Eke, Wolfram Ette, Helen Fehervary, Kalliniki Fili, Hans-Joachim Hahn, Hanna Hofmann, Hans Kruschwitz, Janine Ludwig, Andreas Moser, Frank Raddatz, Nikolaus Müller-Schöll, Johannes Stobbe, Falk Strehlow, Florian Vaßen und Michael Wood.