Kollektive Arbeitsformen in den darstellenden Künsten
Kollektive Arbeitsformen in den darstellenden Künsten
Perspektiven aus Theorie und Praxis
Jule Gorke / Anja Kerschkewicz / Simone Niehoff / Yana Prinsloo / Theresa Schütz (Hrsg.)
Mit 15 Farb- u. 15 S/W-Abbildungen
Erscheinungsdatum: 30.06.2026
ISBN: 978-3-95808-524-4
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Dieser Artikel erscheint am 30. Juni 2026
- ISBN: 9783958085244
Chancen und Ambivalenzen kollektiver Arbeitszusammenhänge in den Gegenwartskünsten
Was zeichnet kollektive Formen der Zusammenarbeit in den zeitgenössischen, darstellenden Künsten aus? Wie entwickeln und reflektieren Kollektive ihre eigenen Praktiken? Wie lassen sie sich weitergeben? Und inwieweit dokumentieren diese zugleich auch wichtige Prozesse institutionellen Wandels innerhalb der Theaterlandschaft?
Kollektive Arbeitsweisen prägen die Freie Szene seit jeher, doch in den letzten Jahren lässt sich ein deutlicher Trend zum Kollektiven auch in anderen Bereichen des Kulturbetriebs beobachten. Konzepte wie New Work, Commons oder Sorgearbeit knüpfen an Begriff und Logiken des Kollektiven an und verbinden damit enthierarchisierte, selbstbestimmte, basisdemokratische und solidarische Organisationsformen. Gleichzeitig scheint es wichtig, zu differenzieren, inwiefern unterschiedliche kollektive Praktiken gegenwärtig tatsächlich den Ansprüchen an hierarchie- und machtkritisches Arbeiten gerecht werden.
Der Sammelband leistet eine aktuelle Bestandsaufnahme kollektiven Arbeitens in den freien darstellenden Künsten im deutschsprachigen Raum, bündelt vielfältige Reflexionen zum Begriff und der Reichweite des „Kollektiven“ und verortet kollektive Arbeitsweisen im Kontext gegenwärtiger Transformationsprozesse inner- und außerhalb des Kulturbetriebs. Der Fokus liegt dabei auf einer jüngeren Generation zeitgenössischer, (queer-)feministischer Theater-, Tanz- und Performancekollektive, zu denen bislang noch nicht viel geforscht und publiziert wurde.
Der Band bewegt sich zwischen wissenschaftlicher Reflexion und künstlerischer Praxis: Er richtet sich gleichermaßen an Akteur:innen aus Kunst, Wissenschaft und angrenzenden Kontexten. Versammelt werden praxeologisch informierte, theoretische und historisierende Beiträge zur Vielfalt kollektiver Arbeitsweisen, ein interviewbasierter Polylog über Erfahrungen, Spannungen und Selbstverständnisse von Kollektiven, ein Glossar des kollektiven Arbeitens von A wie Aufgabenteilung bis Z wie Zeitmanagement sowie eine praxisorientierte Toolbox kollektiver Produktions- und Arbeitsweisen für Lehre und künstlerische Praxis.